18.2.18

Schwarztee-Schwefel-Rasierseife

Rezept:
GFM 200g
40% (80g) Kokosöl
30% (60g) Olivenöl
20% (40g) Stearinsäure
10% (20g) Sheabutter
10% (20g) Rizinusöl
5% (10g) Sonnenblumenöl HO
5% (10g) Kakaobutter

Schwarzteesole & Aloe Vera als Flüssigkeit
3% (6g) Schwefel
1 EL Kaolin (gehäuft)

2g Geranium- & Pfefferminzöl
2g Atlaszedernöl
2g Teebaumöl

NaOH für 8% Überfettung

Ich hatte mich etwas zu Rasierseifen belesen. Die haben 20% Stearin für stabilen Schaum. Außerdem sind sie normalerweise OHPs. Ich wollte erst nur 3% Sheabutter reintun, das ganze mit 1% Überfettung berechnen, und dann noch 7% Sheabutter nach der Verseifung dazu geben.

Ich schmolz die festen Fette zusammen mit dem Stearin im Crockpot. Das ging super. Dann füllte ich das ganze in eine kleinere Dose, weil es so eine kleine Menge war ich und ich Angst hatte, dass es im Crocki spritzen würde. Dazu gab ich die flüssigen Öle und die ätherischen Öle.

In den Tee (46g) gab ich den Schwefel, und dann in einem Schwung das NaOH dazu. Schwefel braucht Hitze, deshalb sollte die Lauge so viel aufheizen wie möglich, daher alles in einem Schwung und nicht schrittweise. Das ganze kam dann auf 86 Grad. Es wirkte ok.

Die Lauge gab ich dann durch ein sehr feines Sieb in die Fette. Es wurde sofort hart. Ich versuchte zu pürieren so gut es ging, aber das war wirklich mal Blitzbeton vom feinsten. Vermutlich war es das Stearin, das zu kalt wurde durch die Aktion. Vielleicht hätte ich die flüssigen Fette auch mit erhitzen sollen? False Trace soll man durch munter weiter pürieren weg kriegen, deshalb machte ich weiter. An der Konsistenz änderte sich garnichts. Also gab ich es wieder in den Crockpot, in der Hoffnung, Hitze würde das ganze wieder weicher machen. Nach 10 Minuten hatten sich einige Stellen von braun nach grün verfärbt, aber weicher wurde nichts. Daher entschied ich mich, direkt die restliche Sheabutter dazu zu geben. Da 14g nun auch nicht gerade viel sind, sollte jetzt auch schon die Aloe Vera dazu. Zwar soll man die eigentlich gerade nicht erhitzen, aber lieber ne Seife mit weniger Wirkstoffen, als keine Seife. Ich gab also beides dazu, brach ein paar der Brocken in kleinere Stücke, und fing dann an vorsichtig zu pürieren. Das ganze fing glücklicherweise an sich langsam zu vermischen und weicher zu werden. Man konnte es direkt wieder als Pampe bezeichnen.

Aus Angst, es würde im Crocki wieder härter werden, sodass ich es nichtmehr abfüllen könnte, füllte ich jetzt schon alles ab, deckte es zu, legte eine Wärmflasche drauf und meinen Stapel Handtücher darüber. Ich hoffe das wird was.


verwackelter Blitzbetong

12.11.17

Wache Weihnacht

Ich wollte für meine Knetaufleger zu Weihnachten grüne Seife herstellen, auf die die Aufleger gesetzt werden sollten. Ich hatte im Forum gefragt, wie man grüne Seife herstellt, ohne künstliche Pigmente zu nutzen. Ich wollte es eben natürlich. Letztendlich wollte ich es mit Matcha versuchen, das schien mir am vielversprechendsten. Bei vielem anderen hieß es, es würde braun werden oder stinken. Oder ich konnte mir nicht vorstellen, das im Offlinehandel zu finden, und wollte deshalb nichts bestellen. Also ging es am Samstag in den Teeladen. Toller Laden! Aber für 20g Matcha durfte ich 12 Euro hinblättern. Naja, Matcha eben. Immerhin braucht man davon nicht viel. Außerdem erhielt ich den Tipp, Avocadoöl und Hanföl sollen auch grün machen. Also rein damit in die Seife.

Das Rezept ist nun also folgendes:

GFM 500g
25% (125g) Avocadoöl
25% (125g) Hanföl
20% (100g) Kokosöl
20% (100g) Sheabutter
10% (50g) Kakaobutter
44% (220g) Matchatee (mit 2 TL Matcha)
2 TL Salz
4 TL Zucker
4 TL Magermilchpulver
NaOH für 10% Überfettung

Der Tee sah schön Grün aus! Grasgrün, wie ich es wollte. Als dann aber das NaOH dazukam, wurde es dunkelbraun. Deshalb gab ich dann auch noch Milchpulver dazu, in der Hoffnung, dass es wieder heller werden würde, aber das half nicht. Es wurde minimal heller, aber war dennoch braun. Ich hoffe nun darauf, dass es während der Verseifung wieder grün wird. Manchmal passieren da erstaunliche Sachen! So war ich bei meiner "Bruno" ja auch völlig perplex, als sie am nächsten Tag plötzlich mega hell war, statt mittelbraun (was mir da leider gefallen hatte).

Diesmal konnte ich auch wieder ewig pürieren, bevor da was fest wurde. Was ist los? Warum wird es immer Blitzbeton, wenn man gerade flüssigen Leim wollte, und dauert ewig, wenn man dicken Brei braucht? Naja, irgendwann "zeichente" der Leim endlich, und ich füllte ihn ein. Leider war er noch zu weich für die Aufleger. Aber etwa eine Stunde später war er dick genug, um die Aufleger zu tragen, sodass ich sie aufsetzen konnte.

Ich bin gespannt, wie sie morgen aussieht. Bei meinem Glück immernoch braun.






Schmetterling

Bauernhof (Schweinchen, Hahn & Küken)

Stonehenge & Steine

Schildkröte

Schnecke mit Hut


Hadrian's Wall

Schwarzteegesichtsseife

Mein Vater hat einen Wunsch geäußert! Yeah, er interessiert sich doch für mein Hobby! *Freudensprung*. Und zwar ist auch er von schlimmen Pickeln im Gesicht geplagt, die sich auch gerne mal entzünden. Schwarztee schafft ihm da für gewöhnlich Abhilfe, daher bat er um eine Seife mit schön viel Schwarztee. Das Rezept ist also folgendes:

GFM 300g
20% (60g) Gundermannolivenöl
20% (60g) Babassuöl
10% (30g) Distelöl
10% (30g) Hanföl
10% (30g) Mandelöl
10% (30g) Traubenkernöl
10% (30g) Nachtkerzenöl
5% (15g) Rizinusöl
5% (15g) Kokosöl
33% (99g) Schwarzteesole + Aloe Vera
9g Schwefel
1 EL Heilerde
4g ätherisches Geraniumöl
4g ätherisches Atlaszedernöl
2g ätherisches Teebaumöl
1 TL Honig
NaOH für 8% Überfettung

Den Gundermann hatte ich schon seit Monaten in Olivenöl eingelegt. Ich maß also wieder alle Öle ab, schmolz die Fette, kochte einen mega kräftigen Schwarztee, ausreichend Salz dazu und stellte es in den Tiefkühler, und schälte 4 Blätter Aloe Vera. In die Öle gab ich direkt die ätherischen Öle. Etwas von der Schwarzteesole wärmte ich wieder auf und löste den Honig darin.

In die angerührte Lauge gab ich direkt den Schwefel und rührte mit dem Schneebesen kräftig weiter. Es bildeten sich aber winzige Klümpchen, es sah fast etwas ausgeflockt aus. Die Heilerde gab ich auch direkt dazu und rührte so gut es ging die Klümpchen weg. Dann gab ich die Lauge durch das Sieb in die Fette und begann zu pürieren.

Ich habe noch nie so lange püriert. Ich dachte schon mein Pürierstab brennt gleich durch. Ich habe ein sehr ähnliches Rezept ja schonmal gemacht. Der Hauptunterschied war der Schwefel, der dort gefehlt hat. Ich vermute also, es lag daran. Schwefel soll auch die Seife sehr weich machen, ich hoffe sie wird fest.

Jetzt, einen Tag später ist sie sehr schmierig, aber das erste Stück konnte ich ausformen. Den Rest lasse ich einfach zur Sicherheit noch etwas länger drin. Die Seife schwitzt etwas, aber es ist diesmal immerhin keine Lauge, die da ausgetreten ist. Ist also alles gut gegangen. Ich weiß noch, dass die letzte Gesichtsseife stark Lauge ausschwitzte. Das tun meine Salzseifen leider bisher immer :/








16.9.17

Unseifiges: Sauerteigbrot

Erstes Brot

Ich habe Sauerteigbrot gebacken :) Hier die Schritte, die ich befolgt habe (Verbesserungsfähig):


  • 1 EL getrockneten Sauerteig in einer Schüssel mit 1 EL Wasser vermengt, 2 Stunden stehen lassen
  • Die Schüssel hatte ich nur mit einem Geschirrhandtuch abgedeckt, dadurch ist das ganze Wasser wieder verdunstet. Ich gab also erneut 1 EL Wasser dazu und rührte.
  • Dann kamen 1 EL Roggenmehl 1150 und 1 EL Wasser dazu und wurden untergerührt. Wieder nur Handtuch drauf, diesmal war ja mehr Wasser drin.
  • Nach 8 Stunden wieder stark ausgetrocknet. Also nochmal 1 EL Mehl und 2 EL Wasser dazu und mit einer Tüte und Handtüchern abgedeckt.
  • Dann las ich von dem Trick, das ganze im Weckglas zu ziehen, mit Glasdeckel aufgelegt. Also füllte ich das ganze ins Weckglas und rührte die nächste Portion Mehl und Wasser unter. Das ging schon viel besser, der Boden war auch schmaler und dadurch die Masse höher.
  • 8 Stunden später war quasi kein Wasser verdunstet, super! Ich maß das ganze ab, es hatte nun 60 Gramm. Da ich schon 3x gefüttert hatte, und ich mit 60g noch nicht backen wollte (das wäre ja ein miniminiminibrot geworden), wollte ich von neuem füttern. Diesmal sollten meine "Einheit" die 60g sein. In einem youtube Video hatte ich gesehen, dass sie immer 45% Mehl und 55% Wasser zugibt, das wollte ich auch machen. Das mehr an Wasser hatte ich ja gesehen ist wichtig.
  • Also 27g Mehl und 33g Wasser dazu. 8 Stunden warten.
  • Dann ist mir das Wasser etwas ausgerutscht und statt 33g waren nun 39g im Teig, also gab ich auch noch 5g Mehl dazu, jetzt also statt +60g +71g. Auch gut.
  • Ich wollte ja schnell füttern, also verdoppelte ich die nun 190g noch einmal. 
  • eine Nacht später war der Teig aus dem Weckglas geklettert :O

  • Hat also schön Triebkraft. Ist ja auch ein schon sehr oft gefütterter, sehr alter Sauerteig, den ich da geschenkt gekriegt habe :)
  • Also habe ich das ganze in eine neue, große Schüssel gefüllt. Jetzt hatte ich 350g. Ich wollte insgesamt auf 550g kommen, also wollte ich noch 2x 100g füttern, um am nächsten Tag backen zu können.
  • Ich gab also nochmal 47g Mehl und 53g Wasser dazu und deckte es wieder mit der Plastiktüte und den Handtüchern ab. Am Abend das gleiche nochmal.
  • Am nächsten Morgen war es dann fertig zum backen. 150g strich ich flach auf eine Silikonmatte um es zu trocknen, den Rest nutzte ich zum backen.

Backen:

  • Ich gab also die 400g Sauerteig in meine Schüssel. Dazu kamen 400g Roggenmehl, 312g Weizenvollkornmehl (mehr hatte ich nicht), 88g Weizen 450, 30g Rapsöl, 20g Sonnenblumenöl, 300g Wasser. Das versuchte ich mit meiner Kenwood zu rühren. Aber schon nach wenigen Umdrehungen ging ich doch zur Handarbeit über, da der K-Haken den Teig nurnoch rumtrug, aber nichts mehr knetete. Ich werde einen richtigen Knethaken brauchen.
  • Ich knetete 10 Minuten lang kräftig durch, ließ es eine halbe Stunde stehen, und knetete dann nochmal 5 Minuten durch.
  • Dann formte ich ein Brot, legte es auf Backpapier in eine Auflaufform und bestrich es mit Wasser. Ich stellte es in den Keller auf den Fußboden bei knapp 18 Grad, um es den Arbeitstag hindurch gehen lassen zu können. Bei Zimmertemperatur wären 6-7 Stunden zu lang gewesen.
  • Ich legte verkehrtherum ein großes Sieb darüber und darauf nasse Handtücher. Das deckte ich mit einem umgedrehten Wäschekorb ab (nicht, dass da was rumkreucht), und darauf legte ich noch ein großes Handtuch, um letzte Ritzen abzudecken.
  • Nach 7 Stunden war es etwas gewachsen, ich hatte aber mehr erwartet. Vielleicht ganz knapp verdoppelt, aber bei dem Weckglasmalheur (s.o.) hatte ich erwartet, dass Sieb und Brot sich vereinigt hätten. Haben sie nicht, was ja auch irgendwie gut ist, aber nicht so beeindruckend.
  • Ich stellte das Brot also wieder in die Küche, während ich den Ofen vorheizte. Ich sah, meiner kann 275 und nicht nur 250.
  • Also auf 275 vorgeheizt, Brot aufs Rost (Backblech besser), ins Backblech darunter 100ml Wasser gekippt (was sofort verdampfte wie erwartet) und schnell die Ofentür geschlossen. Alle 15 Minuten um 10 Grad die Temperatur reduziert bis auf 180 Grad. Nach insgesamt 50 Minuten machte ich den Ofen aus und ließ es noch 20 Minuten ziehen.


Zum fertigen Brot:


Das Brot hatte eine sehr harte Kruste. Mit einer Küchenmaschine wäre das kein Problem gewesen, aber per Hand war es ein Akt! Geschmeckt hat es aber hervorragend! Innen war es schön durch und genauso luftig/fest, wie es sein sollte. Selbst eine hauchdünne Scheibe konnte man an einem Ende horizontal in der Luft halten, ohne dass sich die Scheibe nach unten krümmte. Es hatte die perfekte Konsistenz, bis auf die zu feste Kruste. Diese war aber auch beim Essen kein Problem, nur beim Schneiden. Vielleicht brauchen wir doch mal eine Brotschneidemaschine.

Zweites Brot:

  • 21g getrockneten Sauerteig mit 38g Wasser im Weckglas übergossen, um ihn wieder zum Leben zu erwecken (= grob 60g Sauerteigansatz)
  • nach ca. 3 Stunden 27g Roggenmehl und 33g Wasser zugegeben
  • 6 Stunden später 27g Roggenmehl und 34g Wasser zugegeen
  • 11 Stunden später 40g Roggenmehl und 43g Wasser
  • 7 Stunden später 32g Roggenmehl und 40g Wasser
  • 7 Stunden später 33g Roggenmehl und 40g Wasser
  • 10 Stunden später 32g Roggenmehl und 40g Wasser
  • damit das "Norddeutsche Roggenmischbrot" aus Pöts Sauerteigbuch gebacken:
    • 400g Roggensauerteig (den Rest zum trocknen auf eine Silikonmatte gestrichen)
    • 400g Roggenmmehl 1150
    • 400g Weizenvollkornmehl
    • 300ml Wasser
    • 50g Rapsöl (Rezept sagte ml ... oh well)
    • 1 EL Salz
    • Ich knetete das ganze mit meiner Küchenmaschine, da ich den Knethaken wiedergefunden hatte, der noch im Originalkarton war. Verrückt. Allerdings kletterte der Teigklumpen immer daran hoch, sodass ich ihn oft wieder nach unten drücken musste und letztendlich doch per Hand weiterknetete.
    • Nach 30 Minuten nochmal durchgeknetet und dann auf 2 Brotlaibe aufgeteilt. Einen ließ ich im Topf gehen, weil er ja im Topf gebacken werden sollte. Den zweiten tat ich einfach so aufs Backblech. Hätte ich einfach auch im Topf gehen lassen sollen, auch wenn es nicht darin bäckt. Das einschneiden oben habe ich auch vergessen, dadurch ging es nicht weit genug auf. Ich schnitt es nach dem gehen ein, das machte aber nur harte Kanten. Immerhin hatte ich an das bestreichen mit Wasser gedacht, einmal vorm gehen und einmal vorm Backen. Diesmal hatte ich es einfach auf dem Herd gehen lassen.
    • Den Ofen hatte ich mit dem gusseisernen Topf gut aufheizen lassen, so 45 Minuten. Nach 10 Minuten schmolz der Holzgriff, also entfernte ich den Topf und schraubte den Griff ab.
    • Als der Ofen richtig heiß und auch der Topf samt Deckel durchgeheizt war, gab ich ein Brot in den Topf, schloss den Deckel, und gab das nächste Brot daneben aufs Backblech (kein Rost).
  • Ergebnis: Das Brot im Topf war sehr viel besser! Die Kruste war weicher, es ließ sich sehr viel besser per Hand schneiden, und die Farbe war schöner. Das Brot daneben wurde gräulich. Geschmacklich gab es natürlich keinen Unterschied. Dadurch, dass das Brot unterschiedlich aufgegangen war, weiß ich nicht, welches im Ofen mehr Schub bekam.





Drittes Brot:

  • 23g getrockneter Sauerteig + 29g Wasser im Weckglas gemischt
  • 2 Stunden später 23g Roggenmehl und 31g Wasser untergemischt
  • 7 Stunden später 23g Roggenmehl und 30g Wasser
  • 11 Stunden später in eine Rührschüssel umgefüllt, Sauerteigmenge jetzt 153g
  • 69g Roggenmehl und 85g Wasser untergerührt
  • 7 Stunden später 69g Roggenmehl und 86g Wasser untergerührt
  • 5 Stunden später 69g Roggenmehl und 84g Wasser untergerührt
  • 10 Stunden später den Teig wieder nach dem Rezept "Norddeutsches Roggenmischbrot" angerührt, eine Hälfte im gefetteten, mit Haferflocken ausgestreuten gusseisernen Topf gehen lassen, die andere Hälfte auf 4 Kügelchen aufgeteilt und in gefetteten und mit Haferflocken ausgestreuten Weckgläsern gehen lassen.
    • 2 Stunden gehen lassen im Ofen mit Ofenlampe, dann den Herd auf 250 Grad gestellt
    • nach 20 Minuten auf 230 Grad
    • nach 10 Minuten auf 210 Grad
    • nach 10 Minuten auf 180 Grad
    • Nach 20 Minuten Ofen aus, Glasdeckel schnell raus und abkühlen lassen
    • Nach 15 Minuten ein Glas nach dem anderen rausgeholt, Glasdeckel mit nassem Gummiring versehen und mit Klemmen festgedrückt und auf den Deckel gedreht, bis sich das Brot löste.
    • Den gusseisernen Topf mit dem Herd abkühlen lassen
  • Ergebnis: Brot ist sehr kompakt, kaum aufgegangen, bröselt, und das Brot war im Topf noch nass. Habe es einen Tag trocknen lassen. Das ist also keine schöne Variante.





Viertes Brot:

  • 7g getrockneter Sauerteig + 5g Wasser im Weckglas gemischt
  • 2,5 Stunden später 40g Roggenmehl und 40g Wasser untergemischt
  • 8,5 Stunden später 41g Roggenmehl und 51g Wasser
  • 14,5 Stunden später in eine Edelstahlschüssel (wiegt 1002g) umgefüllt, Sauerteigmenge jetzt 178g
  • 40g Roggenmehl und 42g Wasser untergerührt
  • 9,5 Stunden später den Teig nach dem Rezept "Dreierbrot" von Lutz Geißler angerührt.
    • 13 Stunden gehen lassen im Keller bei 16 Grad
    • Herd auf 250 Grad zusammen mit dem großes gusseisernen Topf vorgeheizt
    • nach 10 Minuten auf 230 Grad
    • nach 10 Minuten auf 210 Grad
    • nach 10 Minuten auf 180 Grad
    • Nach 20 Minuten das Brot mit einem Holzpfannenwender aus dem Topf geholt und auf einem Brett und später auf dem Gitterrost abkühlen lassen.
  • Ergebnis: Die Kruste ist super! Sie lässt sich sehr gut schneiden! Der Boden ist noch etwas zu hart, mit dem schärfsten Messer geht es. Die Krume ist leider etwas bröselig. Geschmacklich super!






Backup:

Einfache Anleitung für Roggensauerteigbrot aus getrocknetem Sauerteig

"Mehl" bedeutet im Folgenden also immer Roggenmehl Type 1050 oder 1150. Das folgende ist ein Auszug aus dem Buch Der Sauerteig - Das unbekannte Wesen von Martin Pöt Stoldt, einfach für mich in die von mir benötigte Reihenfolge zusammengetragen, um nicht ständig blättern zu müssen. Der Inhalt des Buches sollte auch (größtenteils?) auf http://www.der-sauerteig.com/ zu finden sein. Außerdem ist diese Anleitung mit meinen eigenen Gedanken und Vorstellungen ergänzt.

Aus getrocknetem Sauerteig wieder frischen Sauerteig herstellen

  1. Kaltes Wasser abfüllen und auf Zimmertemperatur aufwärmen lassen
  2. 2 Stunden vorm schlafen gehen 1/2-1 Einheit getrockneten Sauerteig in eine Schüssel geben und 1/2-1 Einheit lauwarmes Wasser dazu und unterrühren
  3. 2 Stunden ruhen lassen. Sollten noch ungelöste Stückchen drin sein macht das nichts.

Sauerteig füttern (Pöt-Methode)

  1. Eine Einheit Wasser und eine Einheit Mehl zum Sauerteig geben und zu einem weichen Teig rühren
  2. 6-8 Stunden bei 26-28 Grad ruhen lassen
  3. Eine Einheit Wasser und eine Einheit Mehl dazu geben und zu einem weichen Teig rühren
  4. 6-8 Stunden bei 22-26 Grad ruhen lassen
  5. Eine Einheit Mehl und eine Einheit Wasser dazu geben und zu einem weichen Teig rühren
  6. 3-4 Stunden bei 18-22 Grad ruhen lassen
  • Für je zwei Grad kälter ca. eine Stunde länger ruhen lassen
  • Wichtig ist die fallende Temperaturfolge

Einfaches Brot backen

  1. Eine Einheit Sauerteig abnehmen und für später wieder auf ein Backpapier streichen, um es zu trocknen
  2. Die restlichen 7 Einheiten Sauerteig mit 7 Einheiten Mehl, 1 gestrichenen EL Salz und 2/5 Einheiten Wasser durchkneten, bis es keine Mehlnester mehr gibt (Teig klebt sehr!)
  3. Den Teig in eine gefettete und bemehlte Edelstahlbackform oder eine mit Backpapier ausgelegte Backform geben, oder wenn die Konsistenz fest genug ist zu einer Kugel formen und auf ein Backblech mit Backpapier legen
  4. Brot mit einem Zerstäuber einsprühen
  5. So lange gehen lassen, bis sich das Brot deutlich vergrößert hat (3-4 Stunden oder länger)
  6. Notfalls mit dem Ofen nachhelfen, z.B. bei 50 Grad. Die eingeschaltete Lampe sorgt wohl für 30-40 Grad
  7. Immer wieder mit Wasser einsprühen
  8. Ofen auf 250 Grad vorheizen (muss knackend heiß sein! So heiß wie geht!)
  9. Wenn vorhanden, 1-2 Brotsteine mit vorheizen, oder sonst tuts vielleicht auch eine gusseiserne Pfanne
  10. Brot evtl. ca. 2cm tief einschneiden und in den heißen Ofen schieben
  11. Eine halbe Tasse Wasser in ein mit aufgeheiztes Backblech auf den Ofenboden gießen. Achtung: Das Wasser wird sofort verdampfen. Heiß! Schnell den Ofen schließen, der Dampf soll für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen.
  12. Nach 10 Minuten den Ofen auf 220 Grad stellen, nach weiteren 15 Minuten auf 190 Grad zurückdrehen und insgesamt 50-70 Minuten backen (Angabe für ein 1,2kg Brot)
  13. Auf einem Rost unter einem Tuch abkühlen lassen und erst am nächsten Tag anschneiden

10.9.17

Anleitung: Waschmittel aus Kastanien

Vor ca. 2 Jahren fing ich an, meine Wäsche mit Kastanien und Natron zu waschen. Ich war damals auf dem Müllvermeidungstrip (ich versuche es so gut es geht immernoch, ich bin aber sehr schlecht darin). Die Inspiration kam von smarticular.

Seit 2 Jahren wasche ich also so, wie ich es im folgenden beschreibe. Ich bin sehr zufrieden damit, alles wird sauber und Gerüche werden entfernt. Es riecht dann einfach nach garnichts. Luftgetrocknet riecht es frisch wie immer. Ich bin restlos begeistert, und deshalb möchte ich diese Anleitung hier teilen. Im ersten Teil beschreibe ich die Gewinnung des "Waschmittels", was man also nur ein Mal pro Jahr machen muss/kann, wenn eben die Kastanien reif sind. Im zweiten Teil folgt dann das eigentliche waschen.

Gewinnung des Waschmittels

1. Kastanien sammeln. Bei meinem 2-Personen Haushalt haben 2kg locker für 2 Jahre gereicht. Nur ein Anhaltspunkt.


Die Kastanien so schnell wie möglich weiter verarbeiten, sonst werden sie trocken und hart. 

2. Kastanien mit dem Messer vierteln

3. Die Viertel in einen kräftigen Mixer geben und zu Schrot verarbeiten, je feiner desto besser. Ein flacher Mixer bietet sich an. In einem Smoothie-Mixer mixt sich das ganze nicht gut durch, und so bleiben die kleinen Teile unten und werden immer feiner zerkleinert, während oben drauf noch die ganzen Viertel liegen, und man ständig umrühren muss.

4. Zur Trocknung ausbreiten, z.B. auf Backblechen. Je dünner es ausgebreitet wird, desto schneller trocknet es (logisch). Es braucht ein paar Tage, also möglichst das ganze dann angehen, wenn man den Platz nicht für was anderes braucht.
PS: Diese Menge wurde später auf 4 Backbleche verteilt, zur schnelleren Trocknung
5. Wenn alles restlos durchgetrocknet ist (ganz sicher sein!), dann kann es in eine Dose abgefüllt werden. Ich habe einen extra Salzschöpfer spendiert, der nur für das Waschmittel ist.
Fertiges (Bunt)Waschmittel


Dieses Waschmittel aus der gesamten Kastanie nutze ich für jegliche Wäsche. Wer sehr delikates weißes hat, und daher weiß separat wäscht (bei uns kommt nicht genug weiße Wäsche zusammen), der sollte das Innere der Kastanie von der Schale befreien. Danach wird ganz normal mit Punkt 3 fortgefahren. Ich habe einige Kastanien geschält und damit weißes Waschmittel hergestellt. Diese Schalen aber nicht wegschmeißen, die können in das "Buntwaschmittel" wandern, also einfach zu den ungeschälten Kastanien dazugeben.

Geschälte Kastanien neben den Schalen. Diese Schalen wandern einfach mit zu den ungeschälten Kastanien.
Weißes Waschmittel aus geschälten Kastanien


Verwendung des Waschmittels

1. Einen Schöpfer (oder 1-2 EL) des Waschmittels in ein Stoffteesieb geben (das nur für Waschmittel verwendet wird), in einen schmalen Becher hängen und warmes Leitungswasser so hoch einfüllen, dass das Waschmittel ins Wasser taucht. Je weniger Wasser das ist, desto geliger wird der Sud.






2. Das ganze muss nun etwas ziehen. Je wärmer das Wasser war, desto schneller geht das. Die Spanne geht von 8 Stunden bei kaltem Wasser bis hin zu wenigen Minuten bei kochendem Wasser. Wenn ich genug Zeit habe nehme ich am liebsten einfach warmes Leitungswasser und lasse es ein paar Stunden stehen. Man sollte es immer möglichst eine halbe Stunde stehen lassen, dann sind schon viele Saponine aus der Kastanie ausgewaschen.

3. Wenn man dann waschen will, gibt man 1-2 EL Natron (je nach Geruchsbelästigung der Wäsche) in das Waschmittelfach der Maschine, und kippt dann den Sud ins Waschmittelfach. Wenn das Wasser nicht noch zu heiß ist, kann man das Stoffteesieb vorsichtig ausdrücken, um noch die letzten Saponine der Wäsche zuzuführen.

4. Nun ganz normal die Waschmaschine anstellen und waschen.

Das Waschmittel kann auch ein 2. oder gar 3. Mal verwendet werden, wenn gleich nochmal gewaschen werden soll. Wenn ich vorher weiß, dass ich mehr als 1 Mal wasche, dann nutze ich kein heißes Wasser zum aufsetzen des Suds, und drücke das Sieb in Schritt 3 auch nicht aus, um mehr Saponine für den nächsten Waschgang übrig zu behalten. Sauber ist bisher dennoch alles geworden. Ob ich das Waschmittel nocheinmal verwenden kann oder nicht mache ich davon abhängig, wie trüb und schleimig der letzte Sud war. Ein 2. Mal ging bisher immer. Ein 3. Mal nur manchmal
























8.9.17

Knetseife

Im Forum wurde ich mal wieder von einem Virus infiziert, er nennt sich Knetseife. Teufelszeug! Der Ursprung der Knetseife liegt wohl bei sorcery soap. Daraufhin habe ich mir sofort ihr Buch gekauft. Das war die größte Enttäuschung der letzten Zeit! In dem Buch habe ich vielleicht 2 sinnvolle Seiten gesehen, auf denen Tatsächlich sowas wie Hinweise und Rezepte standen. Der Rest war esoterisches Gebrabbel, wie man die Muse in sich weckt ... ja, hat vielleicht auch seine Berechtigung, und manch einer wird genau das toll finden. Nur ich fand es nicht toll, und das war nicht mein Grund, das Buch gekauft zu haben. Wenn das beworben wird mit "hier lernt ihr Knetseife zu machen", und dann steht darüber fast nichts drin, außer ab und zu ein Satz wie "Und was hat das jetzt mit Seife zu tun?" und man denkt sich "Danke! Das wollte ich auch gerade fragen!" ... dann ist das 6, setzen, Thema verfehlt.

Anyway, das Basisrezept nutzt immer Schweineschmalz. Aber ich wollte kein Tierfett verwenden. Also durchsuchte ich die Eigenschaften aller Fette, die ich habe, bei http://soapcalc.com/, und fand, dass Sheabutter dem erstaunlich nah kommt! Also musste ich das probieren.

Rezept:
GFM 500g (wird schon was werden 😂 )
50% (250g) Sheabutter
30% (150g) Kokosöl
20% (100g) Rizinusöl
Überfettung 8%
33% (165g) destill. Wasser

Auf die Temperaturen musste man hier glücklicherweise nicht achten, man will ja, dass es schön dick wird. Dadurch ging das schön schnell, und ich konnte kräftig pürieren.

Eigentlich kippt man den Teig dann in eine Plastiktüte, luftdicht verschlossen. Nach dem Reifen knetet man das ganze durch, umwickelt es mit Frischhaltefolie, und gibt es wieder in eine Plastiktüte. Das war mir aber alles zu viel Müll, also gab ich es in eine (von nun an für Seife bestimmte) Plastikdose mit möglichst dichtem Deckel.

Nach einer Weile guckte ich nach ihr, da hatte sie schon mächtig Hitze entwickelt. Eigentlich soll sie nicht gelen, also holte ich Kühlakkus raus und legte die darauf und darunter.

Nach nur einem Tag konnte ich nicht mehr an mich halten und musste gucken, wie sie so geworden ist. Sie war schon sehr hart geworden, aber ich pickte Stück für Stück mit dem Löffel raus und fing an zu kneten. Es ließ sich ganz gut kneten, wurde wieder weich. Sie hatte leider in der Mitte gegelt, am Rand war sie sehr viel heller. Das gegelte ließ sich aber auch weider weich kneten. Es hatte nun noch nicht die Konsistenz von Knete, aber es klebte auch nicht sonderlich, was schonmal gut war. Aber sie trocknete recht schnell. Als ich mit den ca. 730g Seife durch war, waren die ersten Kügelchen schon außen angetrocknet. Ich drückte sie dann alle so fest wie möglich mit so wenig Lufteinschüssen wie möglich zurück in die Form. Zur Sicherheit tat ich nun doch noch eine Schicht Frischhaltefolie auf die Seife, bevor ich den Deckel schloss. Nun soll sie nochmal ca. 3 Tage reifen, bevor sie gut knetbar sein sollte.







Süß ... aber klebrig